Nitrostress

Was ist eigentlich Nitrostress?

Unter Nitrostress oder nitrosativem Stress versteht man im Medizinbereich die Belastung des Körpers mit Stickstoffradikalen. Laut neuesten Erkenntnissen wird dieser, ebenso wie der oxidative Stress, als Ursache und/oder Begleiterscheinung von zahlreichen Multisystemerkrankungen gesehen – bspw. bei Diabetes mellitus, chronischem Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie, Autoimmunerkrankungen (Schilddrüse, Darm, Gelenke u.a.), Migräne, Tinnitus und zahlreichen anderen chronischen Schmerzgeschehen. Der nitrosative Stress ist erstmals von Professor Pall und auch anderen Forschern beschrieben worden und wird in der Literatur auch gerne als NO/ONOO-Stress-Syndrom (engl.: „No, oh no!“ ausgesprochen) betitelt. NO steht für Stickoxid.

 

Diagnsotik

Das Syndrom kann mittels eines einfachen Urintests nachgewiesen werden. Es kommt zur Bestimmung von Abbauprodukten des Stickoxids, des Peroxinitrits (oxidiertes Stickoxid) und des Vitamin-B12-Stoffwechsels. Peroxinitrit entsteht immer dann wenn Stickoxid (NO) mit Superoxid (ein freies Radikal) reagiert und dadurch oxidiert. Die Entstehung von Peroxinitrit (ONOO) zieht eine ganze Entzündungskaskade innerhalb der Zellen nach sich. Diese Entzündungskaskade hält sich durch vermehrte Bildung von Stickoxid selbst am Leben und kann sich selbstverständlich ausbreiten. Meist entstehen Gelenkbeschwerden, Darmbeschwerden und Leistungsminderung. Da Peroxinitrit die Glutamatrezeptoren im Gehirn stimuliert kommt es zu einer vermehrten Einströmung von Calcium in die Zellen. Auch dadurch kommt es im zentralen Nervensystem zu einem anschwellen der Zellkörper, einem zunehmenden Entzündungsprozess und dem zunehmenden Zellverfall. Zudem beschreiben zahlreiche Autoren eine Affinität von Peroxinitrit zu L-Tyrosin, welches benötigt für die Herstellung von Schilddrüsenhormonen innerhalb der Drüse selbst benötigt wird.

 

Symptome

Der Beschwerdekomplex vom Nitrostress ist sehr umfangreich und grenzt teilweise in Symptome anderer Krankheitsbilder. Eben deshalb kann Nitrostress als Begleiterscheinung vieler chronischer Erkrankungen auftreten. Therapieresistente Schmerzen nach einen HWS-Trauma, chronische Müdigkeit, Energiemangel, Schmerzen allgemein, Kopfschmerzen, Tinnitus, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nahrungsmittelallergien, Cholesterinerhöhung, unklare neurologische Beschwerden, Auftreten der Beschwerden seit einem bakteriellen oder viralen Infekt u.a. können Warnsignale des nitrosativen Stresses sein.

 

Therapie

Die Therapie erfolgt individuell nach Aussage des Laborbefunds und zusätzlich durch eine Messung von Mikronährstoffdefiziten. Im Anschluss erfolgen Hochdosisbehandlungen um die Energiebereitstellung der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) wieder anzustoßen. Des Weiteren müssen die NF-kappa-B-Rezeptoren in den Zellen beruhigt werden, damit die permanente Entzündungsreaktion heruntergefahren werden kann. Eine Drosselung der Glutamatrezeptoraktivität steht ebenfalls im Zentrum der Therapie nach Prof. Pall und anderen Autoren.

Zum Thema Nitrostress berate ich Sie gern innerhalb der Praxis.