Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse zählt zu den Hormondrüsen und ist somit ein Teil des sog. Endokrinums (Hormonsystem). Beim Menschen befindet sich die Schilddrüse im Halsbereich, unterhalb des Kehlkopfes und vor der Luftröhre. Die Schilddrüse (Thyroidea) speichert Jod ein und bildet die jodhaltigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sowie das PeptidhormonCalcitonin. Die Hormone T3 und T4 haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Gesamtstoffwechsel des Organismus – sie wirken in annähernd jeder Körperzelle. Diese Beeinflussen den Energiestoffwechsel und das Wachstum. Das Hormon Calcitonin hingegen hat eine andere Wirkung. Es wird von den C-Zellen der Schilddrüse gebildet und hemmt den Knochenabbau indem es die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) in ihrer Tätigkeit hemmt und den Einbau von Calcium und Phosphat in die Knochensubstanz anregt.

Die Steuereinheit der Schilddrüse stellt der Hypothalamus dar. Dieser ist ein Teil des Zwischenhirns und kontrolliert annähernd alle übrigen Hormondrüsen des Körpers. Der Hypothalamus steht mit der Schilddrüse und anderen Organen des endokrinen Sytems (Nebennieren, Bauchspeicheldrüse etc.) in einem sog. Feedbackmechanismus. Somit findet eine Hormonfreisetzung immer in Anpassung an die aktuelle Situation statt.

Eine Störung der Schilddrüse kann an verschiedenen Stellen entstehen. Grundsätzlich kann ein Hormonmangel oder eine verstärkte Hormonproduktion von Thyroidea-stimulierendem-Hormom (TSH) vorliegen. Dabei ist die Ursache im übergeordneten Steuersystem zu suchen – also bspw. im Hypothalamus.

Des Weiteren können Erkrankungen durch die Schilddrüse selbst entstehen. Dazu zählen folgende Erkrankungsbilder:

  • Hashimoto-Thyreoiditis:

Unter der Hashimoto-Thyreoiditis versteht man eine autoimmunologisch bedingte Erkrankung der Schilddrüse. Die körpereigenen T-Lymphozyten (Abwehrzellen) richten sich in diesem Fall gegen das Schilddrüsengewebe. Die Folge ist ein meist schubweise fortschreitender Entzündungsprozess. Wenn genügend Gewebe untergegangen ist und die Thyroidea nur noch wenig Funktionsgewebe besitzt entsteht schlussendlich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die Erkrankung wurde von dem Arzt Hakaru Hashimoto 1912 beschrieben.

  • Struma:

Die Struma oder der Kropf bezeichnet eine tastbare, sichtbare und/oder messbare Vergrößerung der Schilddrüse, wobei die Funktionsweise unberücksichtigt bleibt. Sie kann also mit einer Überfunktion (Hyperthyreose), einer Unterfunktion (Hypothyreose) oder mit einer Normalfunktion (Euthyreoid) einhergehen. Die Struma ist die weltweit häufigste Erkrankung der Schilddrüse.

  • Hyperthyreose:

Die Hyperthyreose beschreibt die Überfunktion der Schilddrüse. Im Organismus entsteht ein Überangebot an Schilddrüsenhormonen. Als Folge dessen treten verschiedene Beschwerden wie bspw. starkes Schwitzen, Bluthochdruck, Herzrasen, Durchfälle und Nervosität auf.

  • M. Basedow:

Unter Morbus Basedow wird eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse verstanden. Der sog. Thyroidea-Rezeptor-Antikörper (TRAK) besetzt die Rezeptoren des Thyroidea-stimulierenden-Hormons (TSH) und regt die Follikelzellen der Drüse zur massiven Hormonproduktion an. Die Folge ist eine fortschreitende Hyperthyreose (Shilddrüsenüberfunktion). Häufig, jedoch nicht immer, geht der M. Basedow außerdem mit einer Struma sowie Augenbeteiligungen einher.

  • Hypothreose:

Die Hypothyreose beschreibt eine Unterfunktion der Schilddrüse. Im Organismus entsteht also ein Unterangebot an Schilddrüsenhormonen. Als Folge kann es bspw. zu Antriebsschwäche, Müdigkeit, niedrigem Blutdruck und Puls, depressiver Verstimmung und zu Verstopfungen kommen. Insgesamt wird der gesamte Stoffwechsel stückweise heruntergefahren.

  • Schilddrüsenautonomie:

Eine Schilddrüsenautonomie liegt vor, wenn die hormonproduzierenden Zellen der Schilddrüse nicht mehr vom Regelkreis des Hypothalamus abhängig sind. Sie produzieren also ohne Kontrolle Schilddrüsenhormone. Im Vorfeld entstehen häufig sog. Knoten, welche als Ursprung der Hormonproduktion dienen. Häufig ist die Schilddrüsenautonomie eine Folge einer Strumabildung.

 

In meiner Praxis werden bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung zunächst entsprechende Laborparameter kontrolliert, um dann eine sinnvolle Therapie oder ggf. eine Überweisung an einen Spezialisten einzuleiten. Bei Fragen stehe ich Ihnen gern in der Praxis zur Verfügung.